Bündnis Positionen zur
Verkehrsplanung Dachau/Karlsfeld und Landkreis
Vorbemerkung:
Im Laufe dieses Jahres wurde mit
der Notwendigkeit eine Entscheidung zur weiteren Planung des NordOst-Umwegs um
Dachau die die langjährige Diskussion über eine zukunftsfähige Verkehrsplanung
in Dachau / Karlsfeld und dem Landkreis Dachau neu entfacht. Zusätzlich wurde
kürzlich vom Planungsverband das Thema Stadt-Umlandbahn aus der Versenkung
gehoben.
Dieses Dokument stellt eine
Zusammenfassung der derzeitigen Situation und möglichen Lösungswegen dar. Ziel
ist es die einseitige Debatte um Umgehungen und Autoverkehr um die wichtigeren
Aspekte, wie dem Ausbau des ÖPNV und der Reduzierung des Autoverkehrs (Leitbild
des Landkreis Dachau „Zwischen Dorf und Metropole“) zu erweitern.
Grundsätzlich sollte aber jedem
klar sein:
·
Ein Bau des NordOst-Umwegs bringt nur für einen
Bruchteil des Verkehrs eine Lösung. Der Großteil des Verkehrsaufkommens liegt
im Binnen- (37%) und Quell-Ziel-Verkehr (51 %). Für 88 % des Verkehrsaufkommens
wird damit keine Lösung angeboten. Dies gilt in abgeschwächter Form auch für
die Gemeinde Hebertshausen.
·
JEDE Veränderung an einer Stelle, hat
zwangsweise an anderer Stelle Auswirkungen. Schon bei der Entstehung des
Verkehrs muss angesetzt werden.
·
Frei werdende Kapazität wird durch Verlagerung
oder neu entstehenden Verkehr gefüllt (Induzierter Verkehr). Ein gutes Beispiel
dazu ist die B471. Bereits 10 Jahre nach Eröffnung der Eschenrieder Spange gibt
es hier wieder die altbekannten täglichen Staus.
·
Durch bestehende Besiedelung mit bestehender
Straßeninfrastruktur sind die Möglichkeiten grundsätzlich eingeschränkt. Es ist
einfach unsinnig breitere Straßen durch Siedlungen zu fordern.
·
Die Verhältnismäßigkeit stimmt nicht mehr. Für
eine sehr überschaubare Entlastungswirkung werden Millionenbeträge verbaut und
hektarweise Landschaft unwiederbringlich zerstört werden. Dies wird auch in
allen Stellungnahmen des Regionalen Planungsverbands zum geplanten
NordOst-Umweg deutlich.
In einer lösungsorientierten Diskussion
müssen Denkverbote fallen. Wir müssen darüber nachdenken, den Autoverkehr auch stellenweise
zugunsten von ÖPNV, Fahrrad und Fußverkehr zu reduzieren, um an anderer Stelle
Raum zu schaffen, für die die wirklich auf den motorisierten Individualverkehr
angewiesen sind. Am wichtigsten ist jedoch, die in den letzten Jahren
erarbeiteten Leitbilder in Stadt und Landkreis Dachau wirklich mit Leben zu
füllen und danach zu handeln.
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