Sonntag, 17. Mai 2015

Bündnis Positionen zur Verkehrsplanung Dachau/Karlsfeld und Landkreis

Bündnis Positionen zur Verkehrsplanung Dachau/Karlsfeld und Landkreis

Vorbemerkung:
Im Laufe dieses Jahres wurde mit der Notwendigkeit eine Entscheidung zur weiteren Planung des NordOst-Umwegs um Dachau die die langjährige Diskussion über eine zukunftsfähige Verkehrsplanung in Dachau / Karlsfeld und dem Landkreis Dachau neu entfacht. Zusätzlich wurde kürzlich vom Planungsverband das Thema Stadt-Umlandbahn aus der Versenkung gehoben.
Dieses Dokument stellt eine Zusammenfassung der derzeitigen Situation und möglichen Lösungswegen dar. Ziel ist es die einseitige Debatte um Umgehungen und Autoverkehr um die wichtigeren Aspekte, wie dem Ausbau des ÖPNV und der Reduzierung des Autoverkehrs (Leitbild des Landkreis Dachau „Zwischen Dorf und Metropole“) zu erweitern.

Grundsätzlich sollte aber jedem klar sein:
·     Ein Bau des NordOst-Umwegs bringt nur für einen Bruchteil des Verkehrs eine Lösung. Der Großteil des Verkehrsaufkommens liegt im Binnen- (37%) und Quell-Ziel-Verkehr (51 %). Für 88 % des Verkehrsaufkommens wird damit keine Lösung angeboten. Dies gilt in abgeschwächter Form auch für die Gemeinde Hebertshausen.
·     JEDE Veränderung an einer Stelle, hat zwangsweise an anderer Stelle Auswirkungen. Schon bei der Entstehung des Verkehrs muss angesetzt werden.
·     Frei werdende Kapazität wird durch Verlagerung oder neu entstehenden Verkehr gefüllt (Induzierter Verkehr). Ein gutes Beispiel dazu ist die B471. Bereits 10 Jahre nach Eröffnung der Eschenrieder Spange gibt es hier wieder die altbekannten täglichen Staus.
·     Durch bestehende Besiedelung mit bestehender Straßeninfrastruktur sind die Möglichkeiten grundsätzlich eingeschränkt. Es ist einfach unsinnig breitere Straßen durch Siedlungen zu fordern.
·     Die Verhältnismäßigkeit stimmt nicht mehr. Für eine sehr überschaubare Entlastungswirkung werden Millionenbeträge verbaut und hektarweise Landschaft unwiederbringlich zerstört werden. Dies wird auch in allen Stellungnahmen des Regionalen Planungsverbands zum geplanten NordOst-Umweg deutlich.
In einer lösungsorientierten Diskussion müssen Denkverbote fallen. Wir müssen darüber nachdenken, den Autoverkehr auch stellenweise zugunsten von ÖPNV, Fahrrad und Fußverkehr zu reduzieren, um an anderer Stelle Raum zu schaffen, für die die wirklich auf den motorisierten Individualverkehr angewiesen sind. Am wichtigsten ist jedoch, die in den letzten Jahren erarbeiteten Leitbilder in Stadt und Landkreis Dachau wirklich mit Leben zu füllen und danach zu handeln.

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