Damit die Straßenplanung weitergehen konnte, wurde in vorauseilendem Gehorsam die Lage des Schutzgebiets leicht verändert.
Fakt ist und bleibt - die Planungen der Straße tangieren nach wie vor die sog. Kernzone III.
Was viele vergessen: Ein Haupverursacher für die Nitratbelastung des Wassers ist der Autoverkehr. Umso schlimmer ist es, dass mit der Umfahrung die Qualität unseres Trinkwassers aufs Spiel gesetzt wird.
- 3 Kilometer Umfahrung => je KFZ 180 mg NOx (Grenzwert 60mg)
- ca. 20.000 KFZ / Tag => 3,6 kg NOx / Tag
- pro Jahr => ca. 1.300 kg NOx (1,3 Tonnen)
Sauberes Trinkwasser ist für uns alle essentiell und der Schutz des Grundwassers wird mehr und mehr eine Herkulesaufgabe. Das Grundwasser ist in vielen Regionen Bayerns mit zu viel Nitrat belastet.
In einem Drittel Bayerns ist das Grundwasser in einem schlechten Zustand. Der Hauptgrund dafür ist die hohe Belastung des Grundwassers mit dem Schadstoff Nitrat. Das hat Umweltministerin Ulrike Scharf schon Ende letzten Jahres zugeben müssen.
Anders beispielsweise in Niederbayern, wo Schweinehaltung industrielle Ausmaße annimmt. Laut einer Risiko-Analyse des Landesamts für Umwelt wird nach 2020 bereits fast 40% des Grundwassers über die Grenzwerte belastet sein. Dabei ist der geltende Grenzwert von 50 Milligramm Nitrat je Liter Trinkwasser eh schon – dank Lobbyarbeit – eigentlich zu hoch.
Nun hat auch der Sachverständigenrat für Umweltfragen Alarm geschlagen: "Die zu hohe Einträge von Stickstoffverbindungen sind eines der großen ungelösten Umweltprobleme unserer Zeit", heißt es in einem Sondergutachten. Verantwortlich dafür ist vor allem die Intensiv-Landwirtschaft und der Verkehr. Die Belastung durch Stickoxide die von den Autos ausgestoßen werden landen letztlich in der Umwelt und zu guter Letzt im Menschen.
Grundwasserschutz, Stickoxide, Landverbrauch, wieviel Argumente brauchen wir noch um den unnötigen Umgehungsstraßen-Wahn zu stoppen. Wir sollten froh sein, dass wir noch Nitrat unbelastetes Grundwasser haben und es nicht mutwillig auf's Spiel setzten.
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